Woche 22 - Bekenntnis

Hamburg bekennt Farbe

Für Demokratie, Toleranz und Vielfalt

Und dennoch marschieren Neonazis auf in der Hansestadt.

 

Hamburg soll an diesem ersten Wochenende im Juni Schauplatz der bislang größten Demonstration von Neonazis werden - wenn es nach deren Wille ginge. Während sie sich im Vorort Wandsbek zusammenrotteten und ein Aufgebot von fast 4000 Polizisten versuchen wird, ein Aufeinanderprallen mit Linksautonomen zu verhindern, füllt sich der große Platz vor dem Rathaus mit Menschen, die Farbe bekennen wollen gegen jedes Erstarken undemokratischer, faschistoider Kräfte. Als eine Kundgebung um 11 Uhr beginnt, haben sich bereits zehntausen Demokraten zusammengefunden. Politische Parteien, Gewerkschaften, die Kirchen, Sozialverbände und viele andere Organisationen und Gruppen hatten aufgerufen: Bekennt Farbe!

 

        

 

Vor seinem Amtssitz, dem Rathaus legte der Erste Bürgermeister Olaf Scholz ein eindrückliches Bekenntnis zu Demokratie und Toleranz ab: "Hamburg achtet das Demonstrationsrecht, aber verachtet die Rechtsradikalen, die heute in unserer Stadt aufmarschieren" betonte Scholz. Und während er dies sagte, eskalierte bereits die Gewalt in Wandsbek. In der Nacht zuvor waren auf dem Parkplatz eines Hotels, in dem Beamte aus Nordrhein-Westfalen untergebracht waren, acht Mannschaftswagen und drei Streifenwagen der Polizei in Falmemn aufgegangen. Den Bürgerrinnen und Bürgern in den betroffenen Hamburger Vororten wurde viel an Toleranz abverlangt an diesem Tag, an dem die Polizei nicht nur Rechtsradikale und Autonome auseinanderzuhalten hatte sondern auch SItzblockaden friedliebender und aufrechter  Demokraten auflöste. Kein schöner Anblick.

 

 

In Hamburg arbeiten Fotografinnen, mutige Frauen mit starkem sozialen Gewissen und hohem fotografishcen Können. Eine, Jutta Schär, wurde bei NewsAndMore-Mediaservice bereits als Fotografin der Woche vorgestellt. Ich bewundere ihre Arbeiten, die sich so nah an den Menschen wagen, wie dies möglich ist, ohne seine Würde zu verletzen. Jutta Schär hat das Geschehen in Hamburg am Tag widerlicher Auseinandersetzungen zwischen annähernd viertausend Polizisten/Innen einerseits, und legitimiert demonstrierenden Neonazis, bambulierenden Autonomen und aufrechten Bürgern in großartigen, betroffen machenden Bilder festgehalten. Es ist ein Grundübel dieser Form von Demokratie, dass die Polizei für pseudemokratische Spielchen von Politik und Justiz immer wieder in Misskredit gerät. Dabei leistet sie im Alltag mehrheitlich bewundernswerte Arbeit für den Bürger und die Erhaltung des Rechtsstaates.

 

Ein Blick in ihre Galerie sei dringend empfohlen: http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/21711

 

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