Wochenchronik 2020

 

Ein Schiff kehrt heim

Die Peking im Heimathafen Hamburg

Bildergeschichten von Andreas Pawlouschek, Christian Fürst, Detlev Harnisch sowie Karin & Harald Hoerner

 

Es ist so etwas wie die neuzeitliche Geschichte vom "Verlorenen Sohn", der sich vom Vater löst, in die Welt hinauszieht und schließlich reuig zurückkehrt. Hier lief sie am 25. Februar 1911 vom Stapel, die Peking, und hierher, in ihren Heimathafen, kehrte sie am 7ten September 2020 wieder zurück. Schmuck wie beim Stapellauf sah sie aus. Doch ohne Segel, Maschine oder Ruderblatt wurde sie elbaufwärts gezogen, um am Bremer Kai im Hansahafen ihren voraussichtlich letzten Liegeplatz zu finden. Jahrzehntelang war sie über die Weltmeere geschippert, vierunddreißig Mal hatte die Peking das berühmt-berüchtigte Kap Horn an der Südspitze Chiles passiert, bis die Zeit über die großen Frachtensegler hinweg ging, und die Peking nach einigen Irrfahrten in New York festmachte und jahrzehtelang vor sich hinrostete - als Museumsschiff.

DIe Peking am 07ten September 2020 beim Einlaufen in den inneren Hafen

 

 

 

Als vor sechzehn Jahren die Queen Mary 2, kurz QM2 genannt, erstmals Hamburg anlief, waren an den Ufern entlang der Elbe und im Hamburger Hafen geschätzt etwa 500-tausend Menschen versammelt, um die Mutter aller Kreuzfahrtschiffe, zu bewundern. Und so sollte es über Jahre bleiben, auch wenn die kleinere Schwester, die Queen Elizabeth 2, vor der Elbphilharmonie festmachte. Als die Peking an diesem Montag die Werft in Wewelsfleth an der Stöhr verließ und die etwa dreißig Kilometer kurze Reise in die große Hansestadt antrat, waren es freundlich geschätzt einige zehntausend Freunde der Windjammer, die sich auf und über die Peking freuten. Corona hatte nicht nur die Verantwortlichen veranlasst, ein großes Hafenspektakel abzusagen, sondern wohl auch viele Hamburger bewogen, das Risiko zu naher Begegnungen zu meiden und das Ereignis in den Medien zu verfolgen.

 

     

                          02. August 2017 Wewelsfleth                                                 07. September 2020 Hamburg

 

Als kümmerliches, scheinbar nur noch vom Rost zusammengehaltenes Häufchen Elend, versteckte sich die Peking bei ihrer Ankunft vor drei Jahren in der kleinen, aber feinen Peters Werft an der Stör. Als stolze Viermastbark zeigte sie sich in Hamburg dem begeisterten Publikum, so als wolle sie um Applaus heischen. Und wenn ein solches Schiff eine Seele hat, sie muss einen Freudensprung gemacht haben, als sie in ihrem neuen Glanz an den Docks der Werft Blohm & Voß vorbeiglitt, wo sie das Licht der Welt erblickt hatte - ein musealer Leckerbissen

 

 

Mehr Informationen zum Tag der Heimkehr der Peking und Bildern von der Unterelbe bis nach Blankenese finden Sie hier in der Chronik der 37sten Woche von Andreas Pawlouschek