Suche

Downtown LA

Los Angeles ist eine ganz ungewöhnliche Metropole. Mit seinen Rasierklingen-scharfen Wolkenkratzern wirkt Downtown LA hoch modern und großstädtisch. Die breiten Straßen sind außerhalb der Rush-Hour fast leer, die Luft ist rein. Dank der Brise vom Pazifik vor der Haustür. Und doch gibt es da wieder diese fast schon romantisch wirkende "Altstadt" mit ihren Fassaden aus der Zeit der Jahrhundertwende (zum 20. Jahrhundert) Fast wirkt LA hier in der Morgensonne mediterran. Christian Fürst hats fasziniert. Seine Bilder einer Großstadt sehen sie hier

____________________

 

 

 Neapel - revisited 

 

So heißt eine kleine Serie, die AP aus der oft besungenen Stadt unter dem Vesuv präsentiert. Neue Episoden: Schönes, Napule, Müll & Mafia und: Der beste Freund.

Aktuelles von NMMS

AP Festival - Die Elbe jazzt sommerlich...

am 26.05.2012
Aktuelles von NMMS >> Musik

Elbjazz - Festival 2012

Heiß das Wetter - heiß die Musik.

Im Hamburger Hafen hat seit gestern Käp'tn Jazz das Ruder fest in der Hand.

 

Alles begann um 18.oo Uhr, als ein gebrechlicher alter Herr zu einem Stuhl auf der Hauptbühne bei Blohm & Voss geführt wurde: Kenny Wheeler. Ein Jahr lang, so der Moderator von Elbjazz, wird sein 82ster Geburtstag gefeiert. Und das Publikum am Südufer der Elbe feierte fröhlich mit. Wheeler war mit dem Pianisten John Taylor angereist, den das Programmheft etwas vollmundig zum "lyrischten Pianisten des Planeten" hochstilisiert, wie die Programmmacher sich auch dieses Jahr dem Zeitgeist anschließen und in Superlativen schwelgen, was sie gar nicht nötig haben. Das Programm spricht für sich. Kenny Wheeler spielte, und wenn er nicht spielte, sinnierte er scheinbar geistesabwesend vor sich hin. Doch seine Einsätze kamen präzise. Der Klang der Trompete hatte verständlicherweise nicht mehr die Strahlkraft und den Druck früherer Jahre. Doch kam es darauf an? Ihn erlebt zu haben, einen der ganz Großen des Jazz, wie Charlie Haden im Vorjahr, war Erlebnis genug.

        

Kenny Wheeler, Trompeter und Komponist

 Das Elbjazzfestival ist dankenswerterweise nicht statisch, versucht nicht, erfolgreiche Programmstrukturen der Vorjahre einfach zu übernehmen. Das ist gut so - bringt es doch Spannung in das Musikgeschehen und weist kreativ in die Zukunft. Das birgt auch  Risiken. Und so kann es nicht ausbleiben, dass die eine oder andere Musikdarbietung strittig oder auch grenzwertig für ein Jazzfestival  sein mag. Das darf nicht schaden, denn geboten wird so viel, und so viel außerordentlich guter Jazz, dass Grenzgänger als Beweis für Experimentierfreudigkeit und den dazu gehörenden Mut verstanden werden. Dazu gehörten nach Ansicht von Andreas Pawlouschek am ersten Tag die Gruppe "Jazzkantine" trotz ihres Namens ebenso wie Max Mutzke. Die einen kommen aus Braunschweig, der andere aus dem Schwarzwald. Ihre Musik allerdings ist alles andere als provinziell. Im Gegenteil sprüht hier alles vor Witz, Können, auch gekonnter Selbstdarstellung, und vor allem musikalischem Ideenreichtum. Es ist junge, frische und freche Musik und für Max Mutzke fanden die Organisatoren auch das perfekte Ambiente: Die Dachterrasse des neuen "Blockbräu" an den Landungsbrücken mit Traumblick, passablem Bier und vielen vorwiegend jungen Musikfreunden.

 

          

Max Mutzke

Ob Reichskanzler Bismarck, bis zu dem hoch über den Landungsbrücken nolens volens die Musik drang , begeistert gewesen wäre - man kann es bezweifeln. Den Machern oder Macherinnen  des Programmheftes floß jedenfalls in Vorfreude eine bemerkenswerte Formulierung in den Computer: In Bezug auf Mutzkes musikalische Wurzeln, die nicht nur im Soul und Funk, sondern auch im Jazz liegen heißt es da: " Damit wird er bestimmt nicht nur die Ladies bei ELBJAZZ eindeutig zweideutig in Schwingungen versetzten."  Nun denn - Geschmack kann man auch verfehlen...

               

Jazzkantine

Ob das nun Rap oder HipHop mit Jazzelementen genannt wird. Die Musik ist etwas verrückt, gut gemacht und die Präsentation ungemein unterhaltsam. Elbjazzfestival hat eben einen großen Bauch. Der Herr rechts soll übrigens definitiv nicht Adriano Celentano sein.

 

Viktoria Tolstoy

 

Ein absolutes Highlight des ersten Abends war der Auftritt von Viktoria Tolstoy. DIe Sängerin fesselte eine riesige Fangemeinde vor der Hauptbühne vom ersten Ton an. Die Schwedin, angeblich eine Urenkelin Leo Tolstois, stellte nachdrücklich unter Beweis, dass Kritiker für sie zu Recht den Titel der europäischen Jazzkönigin reklamieren. Schade nur, dass man sie in Deutschland nicht all zu häufig hören kann. Mit Caro Emerald hält das Elbjazzfestival am sehr späten Samstag Abend noch einen zweiten Leckerbissen in Sachen Jazzgesang bereit.

 

          

 

Stellvertretend für die vielen grandiosen Musiker des ersten Tages sei der kubanische Pianist und Komponist Omar Sosa genannt. Sein geniales, pianistisches Können wurde nur noch von seiner Spielfreude erreicht. Dagegen wirkte die begleitende NDR BigBand wie ein Rentnerverein - brav und bieder, technisch ordentlich vom Blatt spielend, wie es sich für Musiker im Öffentlich Rechtlichen Hörfunk gehört. Soloeinlagen an der Batterie brachten dankenswerterweise etwas Schwung ins Spiel.

 

         

 

Hätte das Festival nur aus dem Freitag bestanden - es hätte bereits die Bezeichnung grandios verdient. Da fiel der dilettierende Komiker an den 88 schwarz-weißen Tasten, Helge Schneider, neben der pianistischen Ausnahmeerscheinung Michael Wollny fast nicht auf, obwohl im Vorfeld zum Star des Festivals hochgejubelt.Im Tennis heißt es chauvinistisch, Mixed sei ein Herren Einzel mit Damenbehinderung. Bei Elbjazz wurde Wollny gehindert, sein stupendes Können solo darzubieten. Ein Experiment - vielleicht. Sicherlich eine vertane Chance.

 

Nun ja, wie das "Hamburger Abendblatt" ausnahmsweise richtig schrieb, man braucht auch bei Elbjazz Zugpferde. Andreas Pawlouschek wird natürlich auch über den zweiten Tag berichten.

 

Text und samtliche Bilder copyright Andreas Pawlouschek, nmms 2012

Mehr zum Festival hier: http://www.elbjazz.de/

 

 

 

 

 

 

 

 

Zurück zur Übersicht

Kommentare

Kein Kommentar gefunden

Kommentar hinzufügen