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Taufe zum Dritten....
Die Barkasse "Hafenkapitän" wehrt sich gegen Rotkäppchen

So wie jeder höhere Angestellte darauf Wert legt, mit einem Dienstwagen seinen Status bestätigt zu bekommen, braucht selbstverständlich auch der oberste Boss des wichtigsten deutschen Hafens eine Dienstbarkasse. Im Mai 2011 war auf der Werft von Hermann Barthel Kiellegung. Knapp ein Jahr später war am 19ten April 2012 bei strahlendem Wetter Taufe eines wirklich schmucken Schiffes. Und wie das so mit Taufen ist, die zu Taufenden fangen über dem Weihwasserbecken schrecklich an zu schreien oder sie wehren sich - wie die neue "Hafenkapitän". Erst im dritten Anlauf gelang es Sabine Stüben, der Leiterin für Marketing und Kommunikation der HPA, der "Hamburg Port Authority", eine Flasche Schaumwein am Bug zerschellen zu lassen. Dazu allerding musste sie aufs Vordeck und tat es mit derartiger Vehemenz, dass AP nicht nur Schaum- sondern auch Splitter abbekam. Macht nichts - nett war es in jedem Fall. Nur hätte sich der Fotograf Champagner und nicht Rotkäppchen Sekt gewünscht.

Kein Wunder, dass sich der Käpt'n der "Hafenkapitän" stolz vor die Kamera stellte. Auf die Frage allerdings, ob das Schiff einmal umgetauft werden müsse, sollte es eine Hafenkapitänin geben, hat er nur ein sanftes Lächeln übrig. Über die 529kW der sanft laufenden Maschine wird wohl in naher Zukunft keine Frau verfügen. Ach ja - die Kosten sollen nicht verschwiegen werden. Etwa eine Million Euro hat die schmucke Barkasse gekostet - und AP findet, jeder Euro ist gut ausgegeben, was man von der Bankrottbaustelle Elbphilharmonie, die mächtig und protzend hinter der "Hafenkapitän" aufragte, leider nicht sagen kann.
Mehr zu sehen und zu lesen gibt es in der Wochenchronik bei Andreas Pawlouschek
copyright in Wort und Bild Andreas Pawlouschek 2012
"Osterfeuer": An der Elbe treibt man den Winter aus
Es ist wohl ein alter, heidnischer Brauch, und natürlich ist es ein Aberglaube, dass man den Wettergott, mit ein paar brennenden Holzscheiten und anderem Brennbaren, zur Raison bringen kann. Doch in Hamburg und in weiten Teilen Norddeutschlands wird dieser Brauch nach wie vor gepflegt. Am Ostersamstag brennen überall kleine und Große "Osterfeuer", mit deren Licht und durch deren Wärme der Winter vertrieben werden soll. Besonders schön sieht das alljährlich an der Elbe bei Blankenese aus, jenem malerischen Dorf, das heute leider mehr durch seine reiche Einwohnerschaft, als durch seine zauberhaften Gässchen und Häuser an der Steilküste der Elbe nordwestlich von Hamburg berühmt ist.

An diesem Ostersamstag hatten die Veranstalter Glück. Rechtzeitig hörte der fast schon sibirische Wind auf und machte der wärmenden Sonne Platz, als ob der Winter sich tatsächlich vor den glühend heißen und hoch lodernden Flammen fürchten würde. Hunderte Schaulustige, viele Familien mit kleinen Kindern, kamen und machten aus dem Feuerfest ihr ganz eigenes Familien-Picknick. Oder sie zündeten am Elbestrand eigene kleine Feuer an. Und als Zugabe gabs vom Wettergott einen Sonnenuntergang, der die Farben der Flammen aufs Allerfeinste zu wiederholen schien.
Vielleicht haben die Feuer ja doch gewirkt?
Weitere Bilder von Christian Fürst zu den Osterfeuern finden Sie hier
Copyright Christian Fürst 2012
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"Spinner/In" in Hamburg - Louise Bourgois
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Sie wurde fast 100 Jahre alt und schuf zeitlebens skurrile Kunstgegenstände, die in der ganzen Welt zu sehen waren. Am meisten liebte Louise Bourgois (1911 - 2010) angeblich aber Spinnen, die sie angeblich an ihre Mutter erinnerten. Vor der Hamburger Kunsthalle steht deshalb jetzt Bourgois die riesige "Maman", eine fast furcht-erregende Spinnen-Bronze. Neun Meter hoch, beinahe majestätisch wurde sie von der französisch-amerikanischen Bildhauerin geschaffen, deren Arbeiten seit Freitag (10. Februar bis 17. Juni) im Hubertus-Wald-Forum der Kunsthalle gezeigt werden. "Maman", nur eine von weltweit zahlreichen Spinnen-Exemplaren der Bourgois steht auf einer steinernen Plattform zwischen der neuen und alten Kunsthalle, als käme sie gerade von einem anderen Stern.
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„Passage dangereux“ (Gefährliche Reise) wurde die Hamburger Ausstellung betitelt, die dem Spätwerk der jahrzehntelang nur in den USA beachteten Bildhauerin gewidmet ist. In Anlehnung an die spektakulärste der sogenannten "Zellen", an denen Bourgeois seit 1986 arbeitete. Zu sehen ist ein acht Meter langer und knapp vier Meter breiter Käfig, durch dessen Gitterwände man hineinsehen kann in verschiedene Räume. "Alle Themen, mit denen sich Louise Bourgeois auseinandergesetzt hat, sind hier integriert: Angst, Abhängigkeit, Erinnerung, Sexualität, Liebe und Tod“, erläutert Luisa Pauline Fink von der Hamburger Kunsthalle. Die Hamburger Ausstellung zeigt unter anderem Hasenohren aus Marmor, Manschetten von ihrem Vater, Glaskugeln mit Rinderknochen, eine Kinderschaukel sowie Arbeiten ihrer Mutter.
"Passage dangereux" ist bereits die zweite Ausstellung von Louise Bourgois in der Hansestadt. Schon 1996 waren umfangreiche Arbeiten der Künstlerin in den Deichtorhallen der Stadt zu sehen gewesen.
(siehe auch Hintergrund in der Infobox)
copyright Christian Fürst 2012
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